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Der Messe-Vergleich: Digitale Messe vs. Hybridmesse vs. Präsenzmesse

von Leon Weisheit – 7. März 2022

Die Corona-Pandemie hat dazu beigetragen, dass neue Lösungen für Präsenzmessen gefunden werden mussten. Digitale und hybride Messen haben dadurch an Bedeutung gewonnen und werden sich vermutlich langfristig etablieren. Was zeichnet diese neuen Messeformen aus und in welchen Bereichen haben sie Vorteile gegenüber Präsenzmessen? Hier erfährst du mehr darüber, wie du Messen findest, die zu dir passen, wie du als Aussteller bestehende Messekonzepte durch digitale Integrationen verbessern kannst, und wie du einen digitalen Messestand erstellst.


Inhaltsverzeichnis:

  1. Welche Arten von Messen gibt es?
  2. Der große Vergleich: Digitale Messe vs. Hybridmesse vs. Präsenzmesse
    1. Die Präsenzmesse
    2. Die Hybridmesse
    3. Die digitale Messe
  3. Wie können bestehende Messekonzepte durch digitale Integrationen verbessert werden?
  4. Wie gestalte ich einen digitalen Messestand und wie viel kostet es?

Welche Arten von Messen gibt es?

Zunächst einmal, welche Möglichkeiten gibt es aktuell, eine Messe zu veranstalten?

Präsenzmessen können ausschließlich vor Ort besucht werden. Sie haben ein festgelegtes Datum und einen Ort, an dem sich Aussteller und Besucher auf einem Messegelände treffen.

Digitale Messen finden ausschließlich online statt. Aussteller und Besucher treffen sich digital und tauschen sich virtuell aus.

Hybridmessen sind hingegen eine Kombination aus einer Messe vor Ort und einer digitalen Messe. Die Messe findet zwar vor Ort statt, besitzt aber digitale Integrationen, um das Nutzerlebnis zu verbessern. Neben dem Live-Event vor Ort gibt es auch eine Möglichkeit, online Teile der Messe zu verfolgen und sich auszutauschen.

Der große Vergleich: Digitale Messe vs. Hybridmesse vs. Präsenzmesse

Hier findest du die Vor- und Nachteile von Präsenzmessen, Hybridmessen und digitalen Messen:

VorteileNachteile
Präsenz:
  • Persönlicher Austausch und Netzwerken
  • Alle Sinne sind involviert
  • Physische Produkte vorstellen
  • Hohe Kosten
  • Begrenzte Reichweite
  • Komplizierte Datenerhebung
  • Reisekosten
Hybrid:
  • Große Reichweite
  • Höchste Interaktivität
  • Teilnehmer vor Ort oder online, mehr Speaker
  • Flexibilität
  • Komplexität durch online und offline Teilnehmer
  • Höchste Kosten
Digital:
  • Geringes Budget
  • Einfachere Datenerhebung (z.B. Besucherzahlen, Verweildauer, Leads etc.)
  • Große Reichweite
  • Geringe Komplexität
  • Einfache Kontaktaufnahme
  • Evtl. wenig interaktiv und geringe Aufmerksamkeitsspanne der Teilnehmer
  • Technische Probleme
  • Mögliches Kommunikationsdefizit aufgrund fehlender Face-to-Face Interaktion

Doch woran erkennst du, welche Messeform die richtige für dich ist? Dazu solltest du dir 3 Fragen stellen:

  1. Was welches Ziel verfolgst du mit dieser Messe?
  2. Passt die Messeform zu meinem Charakter?
  3. Nach welcher Branche suchst du?

Die Präsenzmesse

Ziele: Netzwerken, physische Produkte vorstellen/testen

Charaktertyp: Besonders für offene, extrovertierte Personen geeignet, die eventuell schon Messeerfahrung haben.

Gerade für Unternehmen aus Bereichen wie Chemie, Pharma, Bau, Sport etc. ist die Ausstellung ihrer physischen Produkte unabdingbar. Auf diesen Messen wird ein spezifisches Publikum angesprochen, welches mit den Produkten interagieren soll. Eine Automobilmesse komplett online zu veranstalten wäre deshalb vermutlich nicht erfolgreich, da dieses Event vom Ausprobieren der Produkte lebt. Der Aufbau geschäftlicher oder persönlicher Kontakte steht hierbei im Vordergrund.

Beispiele: Caravan Salon in Düsseldorf, expopharm in München

Die Hybridmesse

Ziele: Netzwerken, physische Produkte vorstellen/testen, Entertainment, Reichweite

Charaktertyp: Durch ein Online- und Offlineangebot können sich sowohl introvertierte (eher digital) als auch extrovertierte Personen (eher vor Ort) ihre präferierte Umgebung wählen.

Mithilfe digitaler Integrationen lassen sich Präsenzmessen vergrößern. Besucher, aber auch Aussteller haben die Wahl, online teilzunehmen oder vor Ort anwesend zu sein. Das ermöglicht beispielsweise, dass ein begehrter Speaker als Keynote digital dazugeschaltet werden, was bei einer Präsenzmesse nicht möglich gewesen wäre. Aus dem analogen Messestand kann ein sogenannter „Digital Twin“ erstellt werden, der eine Art digitale Kopie des physischen Messestands abbildet. Damit sehen Nutzer vor Ort und online den gleichen Messestand und haben die Möglichkeit sich mit dem Unternehmen auszutauschen.

Beispiele: „First Job“ Ausbildungsmesse in Stuttgart, Stand der Veyx-Pharma GmbH bei der TÄK Leipzig.

Die digitale Messe

Ziele: Content vermitteln (Vorträge, Know-how), Diversität an Teilnehmern erreichen

Charaktertyp: Gerade für unerfahrene, introvertierte Personen geeignet, um die Messewelt vorsichtig erkunden.

Digitale Messen eignen sich vor allem für Unternehmen, bei denen der Fokus nicht unbedingt auf physischen Produkten liegt. Diese könnte beispielsweise auf folgende Branchen zutreffen:

  • Dienstleistungen
  • E-Commerce
  • Finanzen
  • Internet
  • Medien
  • Technik und Telekommunikation
  • Werbung und Marketing

Pandemiebedingt wurden 2020 ungefähr 700 Messen verschoben oder gänzlich abgesagt. Allerdings wurden andere Veranstaltungen, etwa aus HR-Bereich, online gehalten. So konnten viele Karrieremessen für Schüler, Studierende oder Quereinsteiger sowie virtuelle Start-up Messen ohne größere Probleme online stattfinden.

Beispiele: Moovijob Luxemburg Karrieremesse, Avant Première Music + Media Market in Wien, future!publish in Berlin

Tipp: Netzwerken auf digitalen Messen

Eine Möglichkeit bei digitalen Messen aus der Masse herauszustechen und neue Kontakte zu knüpfen, ist ein virtueller Hintergrund mit einem QR-Code, der auf eine digitale Visitenkarte leitet. Damit können dich andere Teilnehmer ohne Aufwand im Nachgang kontaktieren.

Wie können bestehende Messekonzepte durch digitale Integrationen verbessert werden?

  • Einsatz von Augmented Reality und Virtual Reality
  • Umfragen während des Vortrags
  • Unterschiedliche Speaker und kurze Vorträge
  • Videos
  • Digitale Goodies:
    • Einladung zu Netzwerkveranstaltungen
    • virtuelle Hintergründe für Teams/ Zoom/ Skype etc.
    • Workbooks/ Handouts/ Arbeitsblätter
    • Rabattcode oder Probemonat

Wie gestalte ich einen digitalen Messestand und wie viel kostet es?

Ähnlich wie bei einer analogen Messe, können die Kosten stark variieren, je nach Komplexität des Messestandes. Wenn man einen digitalen Messestand in Auftrag gibt, kann dieser schon einmal zwischen 5.000-30.000 € kosten.

Der Preis ist unter anderem davon abhängig, welche Funktionen der Stand besitzen soll, ob der Stand in 2D oder 3D verfügbar sein soll und, ob bereits ein Design vorliegt oder nicht. Um deinen digitalen Messestand ohne Risiko zu planen, kannst du zunächst kostenlose Tools verwenden, wie Blender oder SketchUp nutzen. Langfristig solltest du allerdings mit einem Experten arbeiten.

Mit einem bereits vorhandenen Design eines physischen Messestands kann man beispielsweise ohne größeren Aufwand einen digitalen Messestand erstellen. Und nach der Messe? Der Vorteil eines digitalen Messestands ist, dass dieser auch nach der Messe weiterhin auf der Website ausgestellt werden kann.

Fazit

Fakt ist, jede Messeform hat seine Vor- und Nachteile. Während Präsenzmessen vor allem mit persönlichem Kontakt und dem Ausprobieren der Produkte punkten, liegen die Vorteile einer hybriden Messe in seiner Reichweite und seiner Flexibilität. Eine digitale Messe besticht vor allem durch sein geringes Budget und der simplen Datengewinnung.

Ob eine Messeform sinnvoll ist oder nicht, hängt also stark von deinen Zielen, deinem Charakter und der Branche ab. Deshalb ist es sinnvoll, auf verschiedenen Messen in unterschiedlicher Form präsent zu sein, um den Erfolg zu maximieren.

Damit die Messe ein voller Erfolg wird, empfehlen wir unsere Artikel über die größten Fehler beim Netzwerken und wie man Smalltalk lernen kann.

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